Vergiss Abnehmen: Warum dein Kind nur 18 Sommer hat (und was du 2026 wirklich ändern solltest)

30.12.2025

Titelbild zum Blogbeitrag: Vergiss Abnehmen: Warum dein Kind nur 18 Sommer hat (und was du 2026 wirklich ändern solltest)

Warnung: Dieser Text könnte dein schlechtes Gewissen triggern – und es dann sofort in pure Motivation verwandeln.

Hast du schon mal nachgerechnet? Wenn dein Kind heute 5 Jahre alt ist, hast du noch genau 13 Sommer, bis es (wahrscheinlich) lieber mit Freunden nach Lloret de Mar fährt als mit dir an die Ostsee. 13. Das ist keine Zahl, das ist ein Countdown.

Die meisten Eltern starten ins Jahr 2026 mit den üblichen Verdächtigen: 5 Kilo abnehmen, Keller aufräumen, weniger Kaffee. Gähn. Was wäre, wenn ich dir sage, dass diese Vorsätze dich oft zu einem gereizteren, langweiligeren Elternteil machen?

Hier kommt der radikale Gegenentwurf: Wir streichen die Selbstoptimierung. Wir setzen auf Mikroabenteuer. Denn am Ende erinnern sich deine Kinder nicht daran, ob du wieder in die Jeans von 2018 passt. Sie erinnern sich an das eine Mal, als ihr nachts im Schlafanzug eine Schneeballschlacht gemacht habt.

Nachdenkliches Elternteil schaut auf einen Kalender, im Hintergrund unscharf spielende Kinder, authentisches Wohnzimmer

Warum dein 'Abnehm-Vorsatz' der Feind guter Elternschaft ist

Lass uns ehrlich sein: Niemand mag 'Hangry'-Eltern. Wenn du dich im Januar mit Low-Carb quälst und gleichzeitig versuchst, geduldig zu sein, wenn der Kakao umkippt, ist das Scheitern vorprogrammiert. Wir Eltern neigen dazu, uns selbst wie Projekte zu behandeln, die 'optimiert' werden müssen. Aber Kinder brauchen keine optimierten Eltern. Sie brauchen präsente Eltern.

Der Trend für 2026 geht weg vom Perfektionismus (Adieu, Beige-Ästhetik auf Instagram!) hin zu 'Real Talk' und echter Verbindung. Die Psychologie dahinter ist simpel: Gemeinsame Erlebnisse schütten Dopamin bei dir und deinem Kind aus. Verzicht schüttet gar nichts aus – außer vielleicht Frust.

Die Falle der '18 Sommer'

Vielleicht hast du den Begriff '18 Summers' schon auf Social Media gehört. Er soll uns Angst machen. Er suggeriert: 'Du musst jetzt sofort magische Momente erschaffen, sonst hast du versagt.' Bullshit.

Du musst nicht jeden Tag Disneyland simulieren. Es geht nicht um teure Urlaube. Es geht um Bewusstheit. Die '18-Sommer-Realität' ist kein Grund zur Panik, sondern eine Einladung, den Autopiloten auszuschalten. Und genau hier kommen die Mikroabenteuer ins Spiel.

Mikroabenteuer: Der Hack für faule (aber geniale) Eltern

Ein Mikroabenteuer ist klein, billig und passt in einen Samstagnachmittag. Es bricht den Alltag auf, ohne dass du Urlaubstage nehmen musst. Für Kinder fühlt es sich aber an wie eine Expedition zum Nordpol.

Familie bei einer Nachtwanderung im Wald mit Taschenlampen, neblig, winterliche Stimmung, authentisch und ungestellt

Hier ist deine Januar-Quest. Wähle eine Mission und zieh sie durch:

  • Level 1: Das Wohnzimmer-Camp. Alle Matratzen ins Wohnzimmer. Schlafsäcke raus. Taschenlampen an. Es wird dort geschlafen (ja, auch du). Bonuspunkte, wenn ihr Marshmallows über einer Kerze röstet.
  • Level 2: Die Fackel-Expedition. Winter in Deutschland ist dunkel und nass? Perfekt. Besorge Fackeln oder starke Taschenlampen. Geht nach dem Abendbrot raus – in den Wald, in den Park oder einfach um den Block. Im Dunkeln ist jeder Weg ein Abenteuer.
  • Level 3: Das 'Verbotene' Frühstück. Weck die Kinder eine Stunde früher als sonst, pack sie ins Auto (oder aufs Lastenrad) und fahrt zu einem Aussichtspunkt, um den Sonnenaufgang mit heißem Kakao aus der Thermoskanne zu begrüßen. Vor der Schule/Kita.

Hast du beim Lesen gedacht: 'Uff, das ist aber aufwendig'? Das ist nur der innere Schweinehund, der lieber Netflix schauen will. Aber das Gefühl danach? Unbezahlbar. Du wirst dich fühlen wie der Held in deinem eigenen Familienfilm.

Psychologie: Warum Matsch wichtiger ist als Mathe

Warum bleiben uns solche Momente im Gedächtnis? Unser Gehirn filtert Routine gnadenlos aus. An den 400. Dienstag, an dem ihr pünktlich beim Turnen wart, erinnert sich niemand. Aber an den Dienstag, an dem ihr im Regen Pfützen-Weitsprung gemacht habt, erinnern sich alle.

In der Entwicklungspsychologie nennt man das 'episodisches Gedächtnis'. Es wird durch Emotionen und Neuartigkeit gefüttert. Wenn du also willst, dass deine Kinder sich später an ihre Kindheit erinnern (und zwar positiv), musst du Muster unterbrechen.

Glückliches Kind mit dreckigem Gesicht und Wintermütze lacht in die Kamera, Hintergrund verschwommen, spontaner Schnappschuss

Quest Log: Dein Startschuss

Wir machen es konkret. Warte nicht auf 'besseres Wetter' oder 'mehr Zeit'. Beides kommt nicht von allein.

Deine Mission für heute:

  • Nimm dein Handy.
  • Öffne den Kalender für Januar 2026.
  • Blockiere einen Samstag- oder Sonntagnachmittag mit dem Titel 'GEHEIMMISSION'.
  • Erzähl niemandem, was geplant ist (Spannungsaufbau ist die halbe Miete!).

Die 18 Sommer vergehen so oder so. Die Frage ist nur: Werden es 18 Sommer voller 'Wir müssen noch schnell...' oder 18 Sommer voller 'Weißt du noch, als wir...?'

Also, streich 'Abnehmen' von der Liste. Schreib 'Abenteuer' drauf. Dein zukünftiges Ich (und deine Kinder) werden es dir danken.


Quellen & Inspiration:

Familie.de - Impulse für Familienleben

Spektrum der Wissenschaft - Wie Kinder Erinnerungen bilden

Geolino - Ideen für draußen